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Bürgerhaus Der Begriff Bürgerhaus wird für verschiedene Epochen etwas unterschiedlich eingesetzt. Gemeinsam ist immer ein Wohnhaus für die gehobene Bevölkerungsschicht in verdichteter Bauweise in einer Stadt oder zumindest eines Marktes. Mittelalterliches Bürgerhaus Das Mittelalterliche Bürgerhaus war das Wohnhaus der rechtlich vollgültigen Bewohner einer Stadt (Bürger), meist in Verbindung mit den Gewerberäumen für Handel oder Handwerk. Die Bauart ist sehr verschieden, jedoch für eine Region und Zeitepoche, zumindest in einer Stadt sehr ähnlich, da sämtliche Grundstücke der Gründunsstädte gleichmäßig parzelliert waren. Die Bürgerhäuser grenzten mit der Fassade direkt an den Straßenrand und waren meist lückenlos aneinander gebaut, oder nur mit sehr schmalen Abständen. Zeigte die Fassade den Swarovski Giebel, dann spricht man von giebelständigen, sonst von taufständigen Bürgerhäusern. Im Erdgeschoss befanden sich die Gewerberäume, im Obergeschoss die Wohnräume und das Dach diente als Lagerraum. Durch das Haus führte, wenn das Grundstück nur von einer Seite her erschlossen ist, eine Durchfahrt in den Hofraum hinter dem Haus, in dem sich häufig weitere Nebengebäude befanden. Vor allem in kleineren Städten Deutschlands, die im Zweiten Weltkrieg unzerstört blieben, sind noch geschlossene Ensembles von Bürgerhäusern erhalten geblieben. Bürgerhaus der Industrialisierung Ein weiterer Haustyp, der auch als Bürgerhaus bezeichnet wird, sind die hochwertig gebauten Mietshäuser aus der Zeit der Industrialisierung. Sie stehen meistens in den im 19. Jahrhundert neu angelegten Stadtgebieten in verdichteter Bauweise. Sie dienten als Wohnung der städtischen Mittelschicht, während deren Eigentümer, meist Großbürger, sich gerne Villen in peripheren Lagen bauten. Typisch für diese Bürgerhäuser war die Fassadengestaltung im Stile des Historismus mit zum Teil bereits industriell hergestellten Schmuckelementen, hohen Räumen und standardisierten, ortstypischen Grundrissen. Diesen Grundrissen ist gemeinsam, dass die besten Wohnräume immer zur Straßenseite zeigten, Nebenräume wie die Küche etc. zur Hofseite, unabhängig von der Himmelsrichtung und damit der Besonnung der Räume. Die Städtische Unterschicht wohnte in so genannten Mietskasernen oder in einfacheren Mietshäusern, die meist in zweiter Baureihe als so genanntes Hinterhaus standen.
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